Oliver Weber (*1974)

 

"Nach einigen Jahren Kompositionsunterricht in Basel bei Rudolf Kelterborn verließ Oliver Weber die Schweiz Richtung Wien. Dort unterrichtete ihn Michael Jarrell, Dieter Kaufmann und Wolfgang Mitterer in instrumentaler und elektroakustischer Komposition. Seither arbeitet Weber als freischaffender Komponist und Musiker. Während seines Studiums hat er die Elektroakustik für sich entdeckt und operiert seither auf und an der Schnittstelle zwischen dem elektronischen und instrumentalen Musikbereich. Im Vordergrund steht für ihn dabei das Schaffen von Verbindungen zwischen diesen auf den ersten Blick voneinander weit entfernten Klangwelten. Weber zu seiner bevorzugten Arbeitsweise: „Gestaltungsvorgänge vollziehe ich direkt an klanglichen Verläufen und Texturen.“

Den Ausgangspunkt nimmt Weber somit stets bei den akustischen Phänomenen. Dabei geht er auf kritische Distanz zu allzu streng seriell gehaltenen, gleichsam durchmathematisierten Kompositionsvorgängen, weil ihm darin eine innere Spannung fehlt. Eine solche ist für Weber in der Musik aber gerade unabdingbar, weshalb ihm beim Komponieren die Reflexion auf die innere Logik und die Dramaturgie eines Stücks zentral erscheinen: „Das Spiel von Spannung und Entspannung ist für mich ein zentraler Punkt im kompositorischen Schaffen.“ 

 

Fritz Trümpi